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Konflikte am Arbeitsplatz und MobbingDie Eskalation von KonfliktenVon Tätern, Opfern und MotivenMobbingfolgen für Betroffene, Institutionen und GesellschaftHandlungsstrategien bei MobbingPrävention und Salutogenese in OrganisationenLiteratur

Am Anfang steht immer ein Konflikt. Wird dieser nicht angemessen gelöst, nimmt er stetig an Größe zu und kann eskalieren.

Mobbing entsteht aus einem eskalierten Arbeitsplatzkonflikt heraus. Doch nicht jeder Arbeitsplatzkonflikt ist auch Mobbing. Um Mobbing von anderen Arbeitsplatzkonflikten unterscheiden zu können, gibt es wissenschaftliche Kriterien. Die meisten finden sich in der folgenden Definition des Mobbingforschers Heinz Leymann wieder:

"Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbteitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder einigen Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet"

Laut dieser Definition beinhaltet Mobbing folgende Kriterien:

1. Regelmäßige

2. systematisch Ausgrenzung und Abwertung einer bestimmten Person

3. über einen längeren Zeitraum (mind. 6 Monate)

4. mit der Absicht oder dem Ergebnis, diese Person aus dem Arbeitsverhältnis auszuschließen.

Das zeigt auf, dass Mobbing ein langer Prozess ist, der meist gravierende Auswirkungen auf die soziale, psychische, gesundheitliche und berufliche Situation des Betroffenen hat.

Nach Leymann durchläuft dieser Prozess folgende Phasen:

1. Phase: Konflikt, einzelne Unverschämtheiten und Gemeinheiten

Aus Konflikten erwachsen zunächst Schuldzuweisungen und persönliche Angriffe gegen eine bestimmte Person.

2. Phase: Übergang zu Mobbing und Psychoterror

Die Differenzen weiten aus. Der ungelöste Konflikt gerät in den Hintergrund, während die betroffene Person immer häufiger zur Zielscheibe systematischer Schikanen wird. Der oder die Betroffene wird zunehmend isoliert und ausgegrenzt.

3. Phase: Rechtsbrüche durch Über- oder Fehlgriffe der Personalverwaltung

Eskalation. Betroffene/r ist so verunsichert, dass die Arbeit erheblich darunter leidet. Die gemobbte Person gilt zunehmend als so 'problematisch', dass ihr arbeitsrechtliche Maßnahmen, wie Abmahnung, Versetzung oder Kündigung angedroht werden.

4. Phase: Ausschluss aus der Arbeitswelt

Ausschluss: Verlust des Arbeitsplatzes oder Ausscheiden aus der Arbeitswelt. Entweder kündigen die Betroffenen selbst oder ihnen wird gekündigt bzw. sie willigen in einen Auflösungsvertrag ein.

Auch Arbeitsplatzkonflikte, die nicht alle Kriterien eines Mobbing-Prozesses erfüllen, können extrem belastend für die Betroffenen sein und weitreichende Folgen für sie haben. Deshalb empfiehlt es sich auch hier, Unterstützung zu suchen, um weitere Eskalationen vorzubeugen.